10 Fakten, die du wahrscheinlich noch nicht über den Brienzersee wusstest
Der Brienzersee ist weltbekannt für seinen leuchtend türkisfarbenen Ton, aber seine Schönheit ist nur die halbe Geschichte
Als tiefster See, der vollständig innerhalb der Schweizer Landesgrenzen liegt, funktioniert er als riesiges, 10'000 Jahre altes Archiv aus Gletschergeschichte und menschlicher Ingenieurskunst. Von prähistorischen „Superseen“ und versteckten Militärgeheimnissen bis zu einem Ökosystem, das einige der seltensten Bewohner des Landes beherbergt, ist der Brienzersee weit mehr als nur eine schöne Kulisse für das Berner Oberland. Hier sind 10 Fakten, die du wahrscheinlich noch nicht über diesen Alpensee wusstest.
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- Er ist wahrscheinlich der sauberste See der Schweiz, vielleicht sogar „zu sauber“
Dank moderner Abwasserreinigung ist der Brienzersee ultra-oligotroph (nährstoffarm). Die Phosphorwerte sanken von 20 Mikrogramm pro Liter in den 1980er-Jahren auf heute unter 1 Mikrogramm. Das Wasser ist so rein, dass es ein Paradox schafft: Manchmal gibt es zu wenige Nährstoffe, um die Basis der Nahrungskette zu tragen. (Swiss Community) - Er ist ein riesiges „Sediment-Foerderband“
Der Brienzersee erhält jedes Jahr rund 300'000 Tonnen Schwebsediment, vor allem aus Aare und Lütschine. Das gibt ihm eine der höchsten Sediment-Ablagerungsraten unter den grossen Schweizer Seen und erzeugt die besondere Mineralsuspension, die das Licht zu seiner beruehmten tuerkisen Farbe streut. - Er ist der tiefste See, der komplett innerhalb der Schweiz liegt
Mit einer maximalen Tiefe von 260 Metern ist er der tiefste See, der vollstaendig in der Schweiz liegt. Der Genfersee, der Lago Maggiore und der Luganersee sind zwar tiefer, teilen sich ihr Wasser aber mit Frankreich oder Italien. (Tiefenkarte der drei grossen Seen) - Er ist Lebensraum der seltenen und bedrohten Gelbbauchunke
Das Naturschutzgebiet Lütschisand in Bönigen schuetzt ein Reststueck eines Delta-Feuchtgebiets. Diese Tuempel beherbergen eine der groessten Populationen im Kanton Bern der Gelbbauchunke, einer Leitart fuer den lokalen Naturschutz. (Lütschisand Gebietsinformationen) - Er hat eine der aeltesten noch betriebenen Standseilbahnen der Welt
Die Giessbachbahn wurde im Juli 1879 eroefnet. Sie ist bis heute ein denkmalwuerdiges Ingenieursjuwel, urspruenglich mit einem hydraulischen Wasserballast-System und „Abt“-Ausweichtechnik, um Gaeste von der Schiffsstation zum historischen Hotel oben zu bringen. (Die Geschichte der Giessbachbahn) - Er war einmal Teil eines „Supersees“ namens Wendelsee
Vor rund 10'000 Jahren waren Brienzersee und Thunersee ein einziger, riesiger See, der Wendelsee. Ueber Jahrtausende lagerten die Deltas von Lütschine und Lombach so viel Material ab, dass daraus das „Bödeli“ entstand (die Ebene, auf der Interlaken liegt) und der grosse See in zwei Teile getrennt wurde. (bernerzeitung.ch) - Das Wasser ganz unten kann jahrelang praktisch stillstehen
Wegen seiner extremen Tiefe und der geschuetzten alpinen Lage „zirkuliert“ der Brienzersee im Winter nicht immer bis ganz nach unten. Dadurch kann das tiefste Wasser ungestoert bleiben und sich ueber mehrere Jahre langsam erwaermen, bis es wieder zu einem kompletten Durchmischungsereignis kommt. (Brienzersee: Ein Ökosystem unter der Lupe) - Unten liegen rund 280 Tonnen Armeemunition
Zwischen 1948 und 1949 entsorgte die Schweizer Armee ueberschuessige Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im See. Das klingt alarmierend, aber die Munition ist von Sedimenten bedeckt und steht unter laufender staatlicher Ueberwachung, damit sie die Wasserqualitaet dieses sensiblen Systems nicht beeintraechtigt. (VBS Munition in Schweizer Seen) - Der Pegel wird kuenstlich durch historische Wehre reguliert
Der See ist nicht vollstaendig „natuerlich“. Sein Wasserstand wird durch zwei Wehre bei Unterseen/Interlaken gesteuert. Das System soll verhindern, dass der See im Winter zu stark absinkt, und macht ihn zu einem Teil eines bewirtschafteten Wassersystems, das schliesslich in den Rhein fliesst. (National Centre for Climate Services NCCS) - Es gibt keinen verifizierten modernen Nachweis, dass er jemals komplett zugefroren ist
Durch sein enormes Volumen und die Tiefe von 259 Metern speichert der See sehr viel Waermeenergie. Selbst im legendaeren „Eiswinter“ 1963, als der Zuerichsee zu einer begehbaren Eisflaeche wurde, blieb der Brienzersee offen. (MeteoSwiss)

Warum der Brienzersee so türkis aussieht

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